SPDMEINUNGSAUSTAUSCH Merz und Schäfer-Gümbel verteidigen Waffenlieferungen an Kurden im Kampf gegen Islamischen Stadt

LOLLAR - (ju). „Heute ist ein guter Tag!“ Mit diesen Worten begrüßte der Vorsitzende der christlich-ezidischen Gemeinde Deutschland Irfan Ortac seine politischen Gesprächsgäste, darunter der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende, Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel und Gerhard Merz, SPD-Mitglied des hessischen Landtages (MdL), die anlässlich des Ezid-Festes (Heyra Ezid 2014), nach Lollar kamen. Diese Aussage bezog Ortac, der seit 2011 Mitglied im Kreisausschuss Soziales, Frauen, Integration, Gesundheit und Ehrenamt ist, auf die erfolgreichen militärischen Einsätze zur Vertreibung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus dem Sindschar-Gebirge im Nordirak. Hier waren rund 10 000 Flüchtlinge der religiösen Minderheit kurdischer Jesiden von den Dschihadisten belagert worden.

Irfan Ortac, berichtete von einem aktuellen Gespräch mit einem der Kommandeure vor Ort. Insgesamt acht Dörfer habe man befreien können, alle Häuser und Straßen seien vermint. Dennoch käme jetzt bei der Bevölkerung neuer Optimismus auf. Er sei froh, dass sich „diese Barbaren“ dort nicht haben festsetzen können. Für diese Regionen könne nur militärisch eine Lösung gefunden werden. Der IS sei ein Konstrukt, das vernichtet werden müsse. Aktuell sollen sich noch 350 000 Jesiden im Nordirak, 120 000 in Syrien sowie in Flüchtlingslagern in der Türkei rund 120 000 befinden. Trotzdem schätzt man, dass sich noch tausende von Männern und Frauen in der Terrorgewalt der IS sind. Er berichtete weiter von vergewaltigten und zwangsverheirateten Frauen sowie geköpften Männern. Unzählige Vermisste kämen hinzu.

„Es gibt keinerlei Strukturen mehr in den Gebieten, in den Flüchtlingslagern herrschen schlechte Bedingungen, zudem sind sie nicht winterfest“, klagte Ortac. Von Deutschland erhoffe er sich weitere schnelle humanitäre Hilfe aber auch Waffenlieferungen für den Kampf gegen die Terromiliz. Die Ezidische Gemeinden in Deutschland haben selbst Spendenaktionen durchgeführt und Lebensmittel und Kleidersammlungen durchgeführt.

Schäfer-Gümbel betonte, dass man es sich nicht leicht gemacht habe zur Situation im Nordirak Entscheidungen zu treffen. Hilfreich war dabei die Unterstützung durch Gerhard Merz, der hier in Lollar hautnah am Geschehen war und den Kontakt im Medienverbund-SPD hielt. Dadurch konnte man in und mit der Partei den Weg freimachen für Waffenlieferungen. Nur mit humanitärer Hilfe und Schulterklopfen sei es nicht getan.

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