Gedenkveranstaltung in der Êzîdischen Gemeinde Hessen e.V.

Am 10. März 2019 lud die Êzîdische Gemeinde Hessen e.V. zur
Gedenkveranstaltung an die 50 êzîdischen Frauen, an denen der IS in
seiner militärisch aussichtslosen Lage ein bestialisches und grausames
Massaker verübte und deren abgetrennte Köpfe britische Soldaten
entdeckten, als sie vor einigen Tagen gegen den IS vorrückten.

Rund 60 Leute folgten der Einladung der Êzîdischen Gemeinde Hessen e.V.
darunter, neben den Mitgliedern der Gemeinde, auch Politiker des
Landkreises, Vertreter des Zentralrats der Êzîden in Deutschland (ZÊD),
Delegationen anderer Religionen in Mittelhessen sowie die lokale Presse.
Die Veranstaltung wurde auf Kurdisch und Deutsch abgehalten.
Die Veranstaltung wurde mit einer kurzen Ansprache, einer Rezitation und
einem Gebet, durch Xansa Ortaç, Mitglied der Êzîdischen Gemeinde Hessen
e.V. und Mitorganisatorin dieser Veranstaltung, eröffnet.
Türkan Önen-Basak, ebenfalls Mitorganisatorin der Veranstaltung und
Vorstandsmitglied der Êzîdischen Gemeinde Hessen e.V., thematisierte die
Gräueltaten des Islamischen Staats.
In ihrem daran anschließenden Redebeitrag appellierte Xansa Ortaç an
alle demokratischen Kräfte in Deutschland und Europa die Barbarei des IS
zu benennen und nicht wegzusehen bei den Gräueltaten, die dieser im
Namen Gottes, verübt.
Die Schülerin Helin Sancar, die in der Êzîdischen Jugend Hessen aktiv
ist, sprach über das Leid der êzîdischen Frauen und der Hoffnung, dass
der IS bald besiegt sein möge – sie schloss mit den aufrüttelnden
Worten: „Bei uns in Deutschland, haben Menschenrechte und die Würde des
Menschen höchste Priorität, daher dürfen gerade wir, solch einen Genozid
nicht zulassen.“
Anschließend richtete Frau Abir Ali, die stellvertretende Vorsitzende
des Zentralrats der Êzîden in Deutschland (ZÊD), Grußworte an die
Versammlung; Vertreter der assyrischen Christen betonten die
Verbundenheit der beiden Gemeinschaften, ihre gemeinsamen
Leidensgeschichte und drückten ihr Beileid aus.
Xansa Ortaç erklärte im Anschluss an die Veranstaltung: „Wir haben heute
gezeigt, dass wir êzîdische Frauen in Deutschland nicht schweigend
zusehen, wenn im Irak und Syrien seitens des IS weiter gemordet wird –
wir wollen all denen, die selbst keine Stimme mehr haben eine Stimme
geben. Wir danken unseren assyrischen Freunden für ihre Anteilnahme und
wir freuen uns ebenso, dass sowohl die SPD-Fraktionsvorsitzende im
Gießener Kreistag, Dr. Haubrich, sowie Frau Schneider, die für die FDP
Mitglied im Lollar Magistrat ist, an der Gedenkveranstaltung
teilgenommen haben.“

Für Nachfragen und Interviewanfragen stehen wir gerne unter
frauen@eziden-in-hessen.de zur Verfügung.